Was ist eine Entenkoje?
Entenkojen gibt es schon seit etwa 700 Jahren, sie sind eine niederländische Erfindung. Von den ca. 1000, die es in den Niederlanden einmal gab, sind noch 118 Stück erhalten geblieben, von denen 60% im Besitz einer Naturschutzorganisation ist. Die meisten befinden sich in Friesland, Gelderland und Zuidholland.
Auch in Deutschland gibt es Entenkojen oder Entenfänge, die Übersetzung des niederländischen Wortes Eendenkooi. In einem Entenfang werden Enten gefangen, früher zum Verzehr und heute immer noch zum Verzehr und zu ornithologischen Zwecken. Enten werden beringt und wieder frei gelassen, wenn sie dann später wieder gefangen oder gefunden werden, kann der Finder den Ring zu einer zentralen Stelle schicken und so dazu beitragen, dass wir mehr über das Verhalten und die Reisen der Vögel lernen. In den Niederlanden sind noch einige Entenkojen in Betrieb, in mehreren wird sogar noch mit dem Kooikerhondje gearbeitet. 22 Kojen können besucht werden, allerdings nur in der richtigen Jahreszeit und nach vorheriger Anmeldung.
Da es sich um eine Jagdart handelt, bei der der Erfolg wesentlich von Stille und natürlicher Umgebung abhängt, sind Entenkojen eine Oase der Ruhe. Ein Besuch lohnt sich immer!
Aufbau
Eigentlich ist eine Entenkoje ein Teich, umgeben von Bäumen. Auf dem Teich schwimmen Enten und stehen Brutkörbe für die Enten, es sieht sehr idyllisch aus.
Von dem Teich gehen ein oder mehrere Fangarme ab, dies ist unterschiedlich und auch abhängig von den vorherrschenden Windrichtungen. Die Fangarme sind vom Teich aus nicht einzusehen und ein wenig gebogen. An beiden Seiten des Fangarmes stehen aus Stroh oder Weidenzweigen geflochtene Schirme, zum Ende des Fangarmes verjüngt sich der Wasserlauf und die nach oben offenen Schirme gehen über in Reusen und schließlich in einen rundum geschlossenen Käfig. Die Fangarme heißen im Niederländischen „pijp“ und auch im Deutschen „Pfeife“.
Der Fangvorgang
Tagsüber schwimmen Enten auf dem Teich oder sitzen am Ufer. Diese Enten leben dort und sind gewöhnt an die Anwesenheit des „kooibas“ oder Kojenwart. Sie werden von ihm gefüttert und wenn sie den Hund sehen, der den Kojenwart immer begleitet, kommen sie aufgeregt angeschwommen, um sich ihr Futter zu holen. Diese zahmen Lockenten fliegen abends zum Schlafen in die nähere Umgebung. Wenn sie dann zurückkommen, nehmen sie wilde Artgenossen mit auf den Teich. Das sind dann die Enten, die gefangen werden. Die Fangsaison ist im Herbst wenn die Brutsaison abgeschlossen ist.
Der Kojenwart füttert die Enten in einem der Fangarme und wartet, bis sich genug Enten in der Röhre befinden. Dann zeigt er sich am Teich und die wilden Enten flüchten von dem Kojenwart weg in Richtung Käfig. Mit einem Seil kann der Kojenwart den Fangmechanismus auslösen und hat die Enten gefangen. Bei einem Fangvorgang kann er so 20 und mehr Enten fangen.
Diese Seite wird noch erweitert um
- Aufgabe de Hundes in und ausserhalb der Fangsaison
- weitere Aufgaben des Kooikers
- Geschichte und Einfluss auf die Sprache
- Fotos
Quellen
Führungen im eendenkooi Aalkeetbuiten,
Bloklandsekooi Montfort,
eendenkooi Waardenburg,
Drostekooi, eendenkooi Anna-Jacobapolder,
Vortrag dhr Karelse für Mitglieder der VHNK
De Wollige Hond